Dänemark - Übersicht

Foto: visit Middelfart/akz-o

 

So wird Urlaub zum Familienerlebnis! Nicht weit von der norddeutschen Grenze tut sich eine einzigartige Reisedestination auf: Der Süden Dänemarks bietet Familien mit Kindern zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten für einen unvergesslichen Urlaub. Ob Freizeit- oder Tierparks, alte Städte oder beeindruckende Natur – das Legoland Billund Resort vereint abwechslungsreiche Ausflugsziele unter einem Dach. Allen voran die neue Attraktion des Parks, der 2015 ganz im Zeichen der Star Wars Saga steht: Ab 28. März können Besucher das größte Modell aller Zeiten bestaunen. Denn der gigantische X-wing fighter kehrt nach Billund, der Geburtsstätte des Legosteins, zurück. Das Modell wurde im Maßstab 1:1 und aus insgesamt 5,3 Millionen Steinen gebaut.

Lebendig geht es eine halbe Autostunde von Billund entfernt zu – im Givskud Zoo, einer der größten Tierparks Dänemarks. Das Besondere: Der klassische Zoobesuch ist mit einer Safaritour kombinierbar, die direkt an den Tieren vorbeiführt. Neu in diesem Jahr ist das Klammeraffen-Gehege.

Nicht minder aufregend ist es im Økolariet in Vejle – das Wissenschaftscenter, das Kindern und Eltern spielerisch die Umwelt erklärt. Hier können Hobbyforscher den Meeresboden samt Fischen und Pflanzen oder den heimischen Waldboden inspizieren. Wer sich treiben lassen möchte, fährt mit der alten Lokomotive von Vejle nach Jelling, die Wiege Dänemarks, und bestaunt dort das neue Museum Kongernes Jelling. Die Ausstellung lässt Besucher das Wikingerzeitalter auf besondere Art und Weise nachempfinden.

Im nahe gelegenen Middelfart kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten – die Kommune, die am Kleinen Belt liegt, besticht durch ein außergewöhnliches Tier- und Pflanzenleben. Bei einer Bootstour können Schweinswale, die für ihre Jagd nach Futter in die Gewässer vor Middelfart ziehen, in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden. Waghalsige, die keine Höhenangst kennen, können beim Bridgewalking in 57 Metern über der Wasseroberfläche einen beeindruckenden Blick über den Kleine Belt, Fünen und Jütland genießen – ein für Europa einzigartiges Erlebnis.

Sollte das Wetter mal nicht mitspielen, gibt es tolle Indoor-Ziele – zum Beispiel das Lalandia mit dem Aquadome (Skandinaviens größter Wasserpark); auf 10.000 qm herrschen das ganze Jahr sommerliche Temperaturen. Riesige Rutschen locken Wasserratten, die sich in einem Schlauchboot vom „Tornado“ durchschütteln lassen.

 

Weihnachten satt in Dänemark

Zahlreiche Restaurants und Kros zwischen Kopenhagen, Fünen und Jütland haben dänische Weihnachtsklassiker auf der Speisekarte 

Neue Nordische Küche, 15 Restaurants mit Michelin-Stern oder das derzeit weltbeste Restaurant Kopenhagener „Noma“ – Dänemarks Küche ist populär. Gerade zur Advents- und Weihnachtszeit werden kulinarische Traditionen besonders festlich umgesetzt, von klassisch bis kreativ. Jetzt beginnt die Zeit der opulenten (Vor-)Weihnachtsessen ("Julefrokost") und der dänischen Weihnachtsbiere der zahlreichen Mikrobrauereien des Landes ("Julebryg"). Gans, Ente, Pute oder Schweinebraten, Schnaps und eingelegter Fisch in allen Variationen, dazu Rotkohl mit süßen Kartoffeln, Æbleskiver (Weihnachtskrapfen) und Ris à l’amande – Milchreis mit Kirschsauce samt versteckter Mandel, wer sie findet, erhält eine kleine Süßigkeit aus Marzipan. Beim Julefrokost steht das gesellige Genießen lokaler Spezialitäten mit Familie, Freunden und Kollegen im Vordergrund.

Wer wie Dänen speisen möchte, kann dies landesweit in zahlreichen Restaurants erleben, die ab sofort „Julemad“ auf der Speisekarte haben, echt dänische Weihnachtsstimmung inbegriffen – in Kopenhagen zum Beispiel in den Restaurants Kronborg und Schønnemann. An der dänischen Ostsee genießt man in Odenses „Den Gamle Kro anno 1683“ oder auch im „Sortebro Kro“ im Freilichtmuseum Den Fynske Landsby. Echte Schlossatmosphäre hingegen verspricht der Schackenborg Slotskro in Møgeltønder an der süddänischen Nordsee. Weiter nördlich setzen Restaurants wie der renommierte „Mortens Kro“ in Aalborg oder die Mikrobrauerei Søgaards Bryghus auf traditionelle dänische Gastlichkeit. So hyggelig, sprich gemütlich, kann Weihnachten nur in Dänemark sein.

Weitere Informationen:

www.visitdenmark.de/weihnachten

 

Jule-Frieden im Weihnachtswunderland Bild: Andreas/pixelio.de

Weihnachten in Dänemark:  Wenn die Tage länger und dunkler werden, wird es in Dänemark so richtig „hyggelig“, sprich: gemütlich. Denn im nordischen Königreich – kürzlich auf dem Global Peace Index 2014 des Institute for Economics and Peace nach Island als friedlichstes Land der Welt ausgezeichnet – begeht man die kommenden Wochen gerne in trautem Beisammensein. Im ganzen Land zeigt sich die den Dänen ganz eigene Wesensart nun besonders deutlich, wenn bewährte Traditionen gehegt und gepflegt werden.
In Dänemarks zweitgrößter Stadt Aarhus zum Beispiel zeigt der Weihnachtsmarkt „Jul i Den Gamle By“ im Freilichtmuseum „Die Alte Stadt“ mehr als 400 Jahre dänische Weihnachtsgeschichte und -traditionen. Odense auf Fünen feiert beim „H.C. Andersen Julemarked“ Weihnachten wie zu Zeiten des großen Märchendichters Hans Christian Andersen. Kopenhagen verzaubert mit gleich drei Weihnachtsmärkten – mal klassisch mit vielen dänischen Design-Geschenkideen und kulinarischen Köstlichkeiten, mal unkonventionell im berühmt-berüchtigten Freistaat Christiania. Fester Bestandteil der Jule-Zeit in der dänischen Hauptstadt sind auch die festlichen Weihnachtstische der Königlichen Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen.

Ein echtes Highlight, das man so nur im kleinen Königreich findet, sind die Weihnachtsmärkte in Dänemarks historischen Schlössern und Herrensitzen. Dazu gehören vor allem die Märkte auf Seeland und Fünen vor der nostalgischen Kulisse von einstigen und heutigen Adelssitzen wie Schloss Valdemar. Und Dänemarks selbst ernannte „Weihnachtshauptstadt“ Tønder nahe der deutsch-dänischen Grenze präsentiert inmitten der historischen Altstadt ein wahres Weihnachtswunderreich inklusive Weihnachtsmannparade und süßen Verführungen.

Einige dänische Weihnachtsmärkte haben sogar noch bis Anfang Januar geöffnet – so kann man die nordische Weihnachtsstimmung noch in aller Ruhe nach den stressigen Festtagen genießen.

Weitere Informationen:
www.visitdenmark.de/weihnachten

Foto: LEGOLAND/akz-o

 

Er ist nicht weit entfernt von der deutschen Grenze und doch tut sich eine ganz andere Welt auf: Der Süden Dänemarks bietet Familien mit Kindern zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten für einen unvergesslichen Urlaub. Ob Freizeit- oder Tierparks, alte Städte oder Museen – das Legoland Billund Resort vereint abwechslungsreiche Ausflugsziele unter einem Dach. Allen voran die neuen Attraktionen des Legoland Parks: 2014 sorgt „Ghost“, ein spektakuläres Geisterhaus, für Gänsehaut. Ein verrückter Professor führt waghalsige Schwebeexperimente mit den Besuchern durch – freier Fall aus acht Metern inklusive! Rund 240.000 Lego Steine wurden für den Spukspaß verbaut, darunter Figuren wie Graf Dracula. Ebenfalls neu in diesem Jahr: Die farbenfrohe Welt der Lego Friends Freundinnen – erstmals wird Heartlake City mit vielen interaktiven Elementen zum Leben erweckt. Lebendig geht es auch eine halbe Autostunde von Billund entfernt zu – im Givskud Zoo, einem der größten Tierparks Dänemarks. Das Besondere: Der klassische Zoobesuch ist mit einer Safaritour kombinierbar, die direkt an den Tieren vorbeiführt. Im Programm enthalten: die Fütterung von Affen oder Nashörnern. Nicht minder aufregend ist ein Tag im Økolariet in Vejle – dem Wissenschaftscenter, das Kindern und Eltern spielerisch die Umwelt erklärt. Hier können Hobbyforscher den Meeresboden samt Fischen und Pflanzen oder den heimischen Waldboden inspizieren. Und wie verwandelt sich eigentlich Müll in ein neues Produkt? Wer sich treiben lassen möchte, besucht die nahen Strände des Vejle-Fjords oder fährt mit der alten Lokomotive von Vejle nach Jelling, der Wiege Dänemarks. Im nahe gelegenen Kolding reizt der Gegensatz von Tradition und Moderne: Auf der einen Seite historische Gassen und die ehemalige Königsburg Koldinghus, auf der anderen Seite das Trapholt Museum, in dem dänisches Design und berühmte Möbeldesigner wie HJ Wegner oder Børge Mogensen ausgestellt sind.

Sollte das Wetter mal nicht mitspielen, gibt es tolle Indoor-Ziele – zum Beispiel das Lalandia mit dem Aquadome. Auf 10.000 qm herrschen in Skandinaviens größtem Wasserpark das ganze Jahr sommerliche Temperaturen. Riesige Rutschen locken Wasserratten, die sich in einem Schlauchboot vom „Tornado“ durchschütteln lassen. Ob Achterbahn, Zoobesuch oder Abtauchen im tropischen Badeparadies – das Legoland Billund Resort ist ein spannendes Reiseziel für Familien.

Weitere Informationen gibt es unter www.legolandbillundresort.de.

akz-o

Foto: Givskud Zoo/akz-o

Roskilde © visitDenmark

   

Es ist eine typisch dänische Szenerie auf dem Platz vor dem Rathaus von Roskilde, an einem Sonnabendvormittag im Frühsommer. Junges Volk, ältere Hausmänner und Hausfrauen schlendern über den Wochenmarkt, der auch ein Flohmarkt ist. An allen Ecken flattert der rotweiße Dannebrog, Teenager knattern über eine Skaterrampe, mutig bis übermütig. In den Straßencafés und vor den Restaurants werden die ersten Frokostplatten aufgedeckt, „Sternschnuppe“ zum Beispiel, viel Fisch, viel Remoulade, etwas Salat und Brot. Und auch die ersten Tuborg oder Carlsberg sind angezapft. Jazzmusik weht durch die Altstadt, Oldies spielen Oldies „...down by the riverside“, „ice cream, you scream,..“. So starten viele dänische Städtchen ins Wochenende. Und doch ist in Roskilde alles ein bisschen anders. Denn in dieser Stadt auf der Insel Seeland, nur 30 Kilometer von Kopenhagen entfernt, hat einmal das Herz Dänemarks geschlagen - und schlägt es womöglich heute noch. Roskilde war bis ins 15. Jahrhundert hinein die mächtigste Stadt Nordeuropas, Bischofssitz, königliche Residenz, Handelsmetropole. Harald Blauzahn hat hier, in der legendenverklärten Wikinger-Hochburg, vor über tausend Jahren das erste Gotteshaus auf der Insel Seeland errichten lassen. Nach der Reformation verlor Roskilde allerdings rasch an Bedeutung, die Macht verlagerte sich nach Kopenhagen. Aber noch immer prunkt die kleine Stadt, knapp 50.000 Einwohner, mit großen Schätzen, deren größter der Dom ist. Er gehört nicht nur zum Weltkulturerbe, sondern birgt, für die patriotischen Dänen ist das wichtiger als so ein Etikett, die Gräber fast aller ihrer Herrscher, von Harald Blauzahn über Margrethe I., deren Sarkophag aus dem Jahre 1423 direkt vor dem Altar steht, bis zu Ingrid und Frederik IX., den Eltern der heutigen Monarchin Margrethe II. - 39 Königinnen und Könige insgesamt.

Wikinger auf Kaperfahrt

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Das Wikingermuseum von Roskilde  © visitDenmark

Von den Skatern und Marktfrauen zum alles überragenden Dom sind es nur ein paar Schritte, vorbei an einem Barockpalais, in dem 1840 das Grundgesetz dieses Landes beschlossen wurde. Und noch ein paar Schritte weiter, quer durch den Stadtpark, und schon stehen wir am Wasser, am Roskildefjord, in den in diesen Sommertagen wieder die Wikinger aus dem Museumshafen zur fröhlichen Kaperfahrt aufbrechen. Es sind so genannte Demo-Schiffe, mit Geschichtsstudenten im Wikingerlook besetzt. Auf dem Trockenen hingegen liegen fünf Originalboote aus dem 11. Jahrhundert, dazu die weltweit größte Rekonstruktion eines Wikingerschiffes.

Das also macht Roskilde aus: bedeutende Kirchen, viel Spaß in einer gemütlichen Altstadt und beste Erklärungen für alle Fans von Wicky und den starken Männern. Dazu ein Musikangebot, das konkurrenzlos ist in ganz Skandinavien. Bummeln wir mit Ulla Græm durch ihre Heimatstadt. Die Stadtführerin, mit viel Humor und Lokalstolz ausgestattet, nimmt sie die große Metropole in der Nachbarschaft gern ein bisschen auf die Schippe: „Als alle Macht von Roskilde ausging, war Dänemark immerhin elfmal größer als heute“, lästert sie, und lässt dabei außer acht, dass seither gut 500 Jahre ins kleiner gewordene Land gegangen sind. Ulla weiß um die Stärken und Schwächen der vielen Könige, die im Dom versammelt sind; sie erzählt gern Döntjes, von Christian IV. beispielsweise, dem wohl bedeutendsten Herrscher: „...ein großer König, aber ein lausiger Ehemann, 24 Kinder hat er gezeugt, mit fünf verschiedenen Frauen...“ Am Grab der Eltern von Margrethe II., nicht im, sondern neben dem Dom, weist Ulla auf Steine von Grönland, den Färöern und aus Bornholm hin, den letzten Außenposten des geschrumpften Reiches.

Info:

Seeland: Schlösser und schöne Seebäder

Seeland gilt den Dänen als Insel der Könige und ihrer schönsten Schlösser. Abstecher sind empfehlenswert, z.B. ins Schloss des Shakespeare-Prinzen Hamlet in Helsingør, nach Frederiksborg, heute Nationalmuseum, oder nach Fredensborg zur Sommerresidenz der Königsfamilie. Schöne Seebäder und Hafenstädtchen zeichnen die Nordküste aus, z.B. Hornbæk, Gilleleje und Tisvildeleje. Die Kombination Roskilde-Kopenhagen versteht sich von selber.

Anreise:

Mit Flugzeug oder Bahn via Kopenhagen. Mit dem Auto über die Vogelfluglinie, weiter über E 47/E 65 und über die Straße Nr. 6.

Gut schlafen:

Bestes Haus: Hotel „Prindsen“, DZ ab ca. 210 Euro, www.prindsen.dk; gehobene Jugendherberge in toller Lage: „Danhostel Roskilde“, DZ ca. 70 Euro, www.danhostel.dk/roskilde.

Gut essen:

Beste Frokost-Adresse: „Rådhuskælderen“ unter dem alten Rathaus und auch open air, unter alten Apfelbäumen; das Restaurant „Mumm“ in der Altstadt; gläsernes Bistro am Wikingermuseum: „Snekken“; gemütlicher Brauereihof: „Bryggergaarden“ in der Algade.

Events:

Jazz Days: über die Stadt verteilte Konzerte, immer am 3. Wochenende im Juni, in diesem Jahr vom 15.-17. Juni. Info: www.roskildejazzdays.dk. Roskilde Festival: Nordeuropas größtes Open Air-Rockspektakel findet vom 5. bis 8. Juli 2012 statt. Der Preis für eines der 75.000 Tickets für das Roskilde Festival – inklusive Camping und Parkplatz - beträgt 1.790 Kronen (240 Euro). Dafür kann rund 150 Bands und DJs zugehört und zugeschaut werden. Ein Tagesbillet kostet 900 Kronen (120 Euro). Erste Zusagen kamen bereits von Bruce Springsteen und Björk. Info: www.roskilde-festival.dk.

Wikinger:

Das Wikingerschiffmuseum ist, wie der Dom, ein absolutes Muss in Roskilde; es hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, www.vikingeskibsmuseet.dk/de.

Auskunft: Tourist-Information, Tel. +45 4631 6565, www.visitRoskilde.com.

Bei Dänemarks offizieller Tourismuszentrale sind regionale Informationsbroschüren und Straßenkarten erhältlich: VisitDenmark, Postfach 70 17 40, D-22017 Hamburg, Tel. 018 05 / 32 64 63 (14 Ct./Min. Festnetz, Mobilfunkhöchstpreis 42 Ct./Min.), www.visitdenmark.com (mit Onlinebuchung von über 26.000 Ferienhäusern sowie fast 300 Hotels).

 

 

 
Kopenhagen-Tivoli © epmuts  / pixelio.de

Reisetipp Dänemark:


Liebenswert-altmodisch und doch ganz auf der Höhe der Zeit:der Vergnügungspark Tivoli. Es ist ein großes Königreich im kleinen Königreich: ein schier grenzenloses Land der Phantasie, ein sinnenfroher Park romantischer Gefühle, eine Bühne, auf der Rockmusiker toben und königlich-dänische Volksmusik geboten wird. Im April beginnt in dieser heiteren Welt, die nicht aus der Mode kommen will, die neue Saison. 

Seit 1843 amüsieren sich hier die Majestäten und ihr Volk gleichermaßen königlich. Mehr als 3,6 Millionen Besucher aus aller Welt sind allein im vergangenen Jahr Karussell oder Achterbahn gefahren, haben Softeis, rote Würstchen und Gourmet-Spezialitäten vom Feinsten gegessen, sich in den Orient und nach Fernost verzaubern lassen oder sich an kleinen Seen und in lauschigen Pavillons ihre Treue geschworen.

 

Auf einem fliegenden Teppich durch die ganze Welt

Georg Carstensen, der Gründer, war Offizier und Schöngeist, Zeitungsverleger, Erfinder, Filou und Lebemann. Mit Geld konnte er nicht besonders gut umgehen, zwei andere Etablissements gingen pleite. Immerhin fuhr die auch von ihm entworfene Straßenbahn erfolgreich in die Zukunft. Carstensen, dessen Denkmal in der Mitte des Vergnügungsparks steht, hatte Visionen und Phantasie wie kein anderer. Er, der in Algier geboren wurde und später wie auf einem fliegenden Teppich durch die ganze Welt reiste, brachte die Klischees der entlegenen Welten nach Kopenhagen, die noch immer die Besucher träumen lassen.

Hans Christian Andersen, der Märchendichter, bewunderte den Mann, der die Kunst, sich seine Kindheit zu bewahren, dem Publikum von heute vererbt hat: „Wer hält wie du den Zauberstab der Freude?“ Und getreu einem Motto des Gründers, bleibt im Park alles, was erhaltens- und liebenswert ist, wie es ist. Und zugleich muss sich das Märchenland fast jedes Jahr ein kleines Stück neu erfinden. Carstensen hat es schon vor fast 170 Jahren geahnt - und wohl auch so gewollt: „Der Tivoli wird nie vollendet werden“.

Tricky balance

So sieht es auch Ellen Dahl, die Event- und Pressemanagerin des weltberühmten Vergnügungsparks: „Es ist ein Spagat, den wir immer wieder machen müssen: einerseits die Stammkunden halten, die unsere zeitlos-gemütliche Atmosphäre lieben, andererseits die Jugend in den Park zu ziehen, denen das Kettenkarussell nicht mehr genügt - und wenn es zehn Mal das Größte der Welt ist.“ Also gibt es nun auch den rasanten Odin Ekspressen und ein verrücktes Looping-Flugzeug für die ganz Standfesten, aber eben nach wie vor auch die Rutschebanen von 1914, in der Kleinkinder mit ihren Großeltern sitzen, die dort schon vor siebzig Jahren gesessen haben. Beim Tivoli Festival, Skandinaviens größtem Klassik-Spektakel, werden auch in diesem Jahr wieder Orchester und Solisten auftreten, die zu den Besten der Welt gehören: Opernstars von der Met in New York wie Joseph Calleja, Ekaterian Surina und Charles Castronovo, Pianisten wie András Schiff, Tenöre wie Lawrence Brownlee. Aber es werden im Tivoli Musikliebhaber aller Richtungen „bedient“: So rockt zum Beispiel halb Kopenhagen jeden Freitagabend auf der Openair-Bühne im Tivoli ab. Was Ellen Dahl den Versuch einer „tricky balance“ nennt, scheint zu gelingen.

Hyggelig uhyggelig

Und schon jetzt weiß man, weil der Vorverkauf wieder gut gelaufen ist, dass auch die Halloween-Woche ein Erfolg wird. Zehn Tage lang im Oktober wird es hyggelig uhyggelig – gemütlich ungemütlich. Da tanzen die Hexen, da steppen die Magier, da leuchten die Kürbisköpfe - mehr als 15.000, die extra für Tivoli auf der Kattegat-Insel Samsø angepflanzt wurden.

Ob jetzt im Frühling oder später im Herbst: Spaß muss sein - und zwar für alle. Hier die Gespenster, die auf fröhliche Weise das Fürchten lehren, dort Harlekin, Pierrot und Columbine, die an die wunderbare Commedia dell`Arte-Tradition anknüpfen. Natürlich gehören auch alle 25 Fahrgeschäfte zum Tivoli-Vergnügen, das vielfach ausgezeichnete Sterne-Lokal im „Nimb“ lässt sich fast täglich neue Kreationen einfallen lassen, und die Mehrheit wird dennoch eher Schlange stehen an der Eisbude und am Würstchenwagen.   

Unterkunft/Essen:

Unter einem (orientalisch anmutenden) Dach: Hotel und Restaurant Nimb, DZ ab 270 Euro, Gourmet-Lokal „Herman“ und die „Brasserie“: www.nimb.dk;
Tivoli-Hotel, DZ ab ca. 190 Euro, www.tivolihotel.com;
Bertrams Hotel Guldsmeden, DZ ab 160 Euro, www.hotelguldsmeden.com;
Cabinn City, DZ ab 95 Euro, www.cabinn.dk.

info.gifMehr Information

Auskunft: Tivoli, Tel. +45 3315 1001, www.tivoli.dk

VisitDenmark: Tel. 01805 / 32 64 63, www.visitdenmark.com

Wonderful Copenhagen: www.visitcopenhagen.de

 
RAD-Land Dänemark Bild: Jürgen Mees/pixelio.de

RAD-Land Dänemark  Bild von cocoparisienne auf Pixabay 

 

Ein früher Morgen in Kopenhagen im Frühsommer. Tausende Fahrräder wuseln auf der Vesterbrogade Richtung Innenstadt, Rathausplatz und Einkaufsmeile Strøget. Das gleiche Bild auf der Langebro: Auf der Brücke über den Hafen zwischen Altstadt und der Insel Amager pendeln modisch gestylte Bänker und Beamte neben Jeans bekleideten Studenten und Lastenrädern voller Kinder hinüber zu Arbeitsplätzen in Ministerien, Unternehmen und Universität. Offizielle Zahlen bestätigen den subjektiven Augenschein: Die Dronning Louises Bro unweit der Altstadt überqueren täglich 36.000 Radfahrer – das haben automatische Fahrradzähler errechnet. Damit nimmt die Brücke Platz eins der meist befahrenen Fahrradstrecken ein. Kopenhagen hofft damit auf einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde.  Rund 35 Prozent der Kopenhagener radeln täglich zu Arbeit oder Ausbildung. Vor vier, fünf Jahren lag ihre Zahl sogar schon bei 37 Prozent – ein Tribut an die letzten beiden langen sowie kalten und schneereichen Winter, die selbst wettergewöhnte Dänen überraschte. Doch ihre Zahl soll wieder steigen. Deutlich steigen.

Mit der jetzt von der Stadtverwaltung beschlossenen "Radstrategie" möchte Kopenhagen den Weltrekord beim Radtransport erreichen: 2025 soll die Hälfte aller innerstädtischen Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Ein hochgesteckte Ziel, selbst für eine Metropole, die die Internationalen Radsport Union (Union Cycliste Internationale) schon vor vier Jahren als erste Stadt der Welt zur „Bike City“ ernannte. "Man muss Ambitionen haben, sonst erreicht man nichts", zeigt sich Anders Røhl optimistisch. Als zuständiger Leiter des Radsekretariats der Kommune Kopenhagen für Technik und Umwelt steht der Planer als eine treibende Kraft hinter den Kopenhagener Initiativen von Innovationen zur Förderung des Radverkehrs.

Zentrale Punkte der "Radstrategie" sind der Neubau sogenannter Fahrrad-Autobahnen, die schon Ende vergangenen Jahres international für Furore sorgten, aber auch der von ”grünen" Radwegen sowie traditionellen Radwegen an wichtigen Straßen. Insgesamt 26 der dänisch "Cykelsuperstier", also Superradwege genannten Trassen sollen Kopenhagen mit einem 300 Kilometer umfassenden Netz für Biker erschließen. Zum Vergleich: 100 Jahre baute Kopenhagen am heutigen Radwegsystem von 390 Kilometern.

Die Superradwege also nur ein Fernziel? Nein, sagt Anders Røhl, erste Schritte seien bereits nach wenigen Monaten verwirklicht: "Wir haben erste Grüne Wellen für Radfahrer geschaltet. Wir haben an Kreuzungen und Ampeln Fußhalter installiert, so dass Radfahrer bequem stoppen können, ohne die Füße ganz bis auf den Boden zu setzen. Und an vielen frequentierten Verkehrspunkten halten Radler jetzt vor den Autos, sind also besser sichtbar und können bevorzugt weiterfahren."

Alles Punkte, die die zentralen Anstrengungen der Kopenhagener Radpolitik berühren: Sicherheit und Komfort für Rad-Pendler. Nur so, sagt Anders Røhl, könne man noch mehr Menschen zum Umstieg von Auto aufs Rad überzeugen. Im Fokus haben die Verantwortlichen dabei vor allem diejenigen, die Strecken zwischen fünf und 20 Kilometern zurücklegen. Immerhin entlaste jeder, der zehn Kilometer mit dem Rad statt mit dem Pkw zurücklege, die Umwelt um ein Kilogrammm CO2.

Radland Dänemark (c) visitdenmark.com Radland Dänemark (c) visitdenmark.com Radland Dänemark (c) visitdenmark.com

 

 

Abriss von Häusern beim Bau von Radwegen nicht ausgeschlossen

Doch nur ein überzeugendes Radkonzept könne zum dauerhaften Umstieg bewegen: "Wir wollen das ultimativ gute Raderlebnis schaffen", so Anders Røhl. Dazu müsse und werde man den Rad- vom Autoverkehr trennen. Wesentliches Element dazu sind die Rad-"Highways", die an erster Stelle der neuen Kopenhagener Verkehrspolitik stehen.

Insgesamt sollen 300 Kilometer "Super-Radwege" entstehen, die von den Außenbezirken und umliegenden Gemeinden der Øresundmetropole über je etwa 15 Kilometer ins Zentrum führen. Dieses A-Netz soll höchste Qualität für Radfahrer bieten. Die Tangenten sollen direkt sein – auch ein Abriss von Häusern sei beim Bau nicht augeschlossen, so Røhl: "Das macht man beim Bau von Autostraßen ja auch."

Hinter der einstimmig im Kopenhagener Stadtrat beschlossenen Radstrategie 2025 steht ein Vier-Punkte-Prinzip. Erstens, sagt Anders Røhl, wolle und könne man so das Stadtleben verbessern. Mehr Rad- statt Autoverkehr erhöhe die Atmosphäre einer Weltstadt deutlich. Dazu müsse aber, so Punkt zwei, in den Komfort für radelnde Pendler investiert werden. So werden alle neuen Kopenhagener Radwege durchgängig asphaltiert und im Winter von Schnee geräumt. Zusätzlich soll die Anzahl der Radparkplätze, auch auf Kosten der Autos, erhöht werden.

Dritter Punkt sei die Geschwindigkeit: Man müsse schnell von A nach B kommen können. "Schon jetzt nehmen viele Kopenhagener das Rad, weil dies am schnellsten geht", weiß der Leiter der zentralen Rad-Planungsstelle im Kopenhagener Rathaus. Darum sollen auch die neuen Rad-"Autobahnen" breit sein und mindestens zwei, vielleicht sogar drei Spuren zum problemlosen Überholen besitzen.

Letzter Punkt sei die spürbare Erhöhung der Sicherheit, für Kinder, aber auch für erwachsene Radfahrer durch die Trennung der Verkehre und andere Maßnahmen. Umfragen zufolge fühlten sich 67 Prozent der Kopenhagener Radler sicher im Straßenverkehr, dennoch dürfen beispielsweise viele Schulkinder nicht allein auf zwei Rädern unterwegs sein. "Hier müssen wir ansetzen", weiß Røhl, "denn wenn Kinder sich nicht auf die Radwege trauen, läuft etwas grundsätzlich falsch."

300 Kilometer Superradwege kosten weniger als ein Kilometer neue Metro

Noch ist Kopenhagens neue Radstrategie eine Vision. Eine Vision, die teuer, letztlich zu teuer ist? Der kreative Macher kontert mit einer ebenso überraschenden wie überzeugenden Zahl, mit der er bereits viele heimische Zweifler auf seine Seite gezogen hat: "Unsere Idee ist bezahlbar. Die optimale Lösung für unsere Superradwege kostet rund 900 Mio. dänische Kronen (ca. 121 Mio. Euro) – und damit weniger als ein Kilometer neue Metro." Eine Anspielung auf das größte Bauvorhaben, in dessen Rahmen bis 2018 an einem 16 Kilometer langen neuen U-Bahn-Cityring für die dänische Hauptstadt gebaut wird.

Die nachhaltige Rad-"Welthauptstadt" Kopenhagen kommt, die ersten Schritte sind jedenfalls bereits gemacht: Beschlossen hat das Stadtparlament den Bau der "Albertslundroute" zwischen Vorort und Innenstadt – der erste Cykelsupersti. Die einst wichtige Einfallstraße Nørrebrogade wurde für den Autoverkehr geschlossen, verkehrsberuhigt und gehört nun Fußgängern und Radfahrern. Eine neue Fahrradbrücke von der City am Shoppingcenter Fisketorvet über den Hafen hinweg nach Amager wird gerade gebaut. Und bewilligt wurde schon im vergangenen Jahr Geld für die Anlage einer Pendler-Radroute durchs neue Quartier Nordhavn. Anstrengungen, mit denen Kopenhagen im Königreich Vorbild sein möchte für andere Großstädte wie Aarhus, Aalborg und Odense. Aber auch international soll die Vorreiterrolle sein, findet Røhl: "Wir wollen unsere Ideen mit der ganzen Welt teilen."

Radland Dänemark (c) visitdenmark.com

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Copenhagencyclechic.com

Dänemarks größter Fahrradclub begrüßt die neue Strategie, stellt gleichzeitig aber einige kritische Fragen. Frits Bredal vom Dansk Cyklist Forbund, der landesweit 17.000 Mitglieder repräsentiert, davon 3.500 in Kopenhagen: "Den Radleranteil von 35 auf 50 Prozent zu erhöhen ist positiv, aber auch ambitiös. Darum wurde das Ziel ja auch um zehn Jahre auf jetzt 2025 in die Zukunft verschoben." Man könne es erreichen, müsse dazu aber schon heute konkretere Detailpläne vorlegen. "Uns fehlen Fahrradparkplätze, besonders am Hauptbahnhof und am Bahnhof Nørrebro." Hier sei das Tempo viel zu niedrig. Darüber hinaus müsse parallel zur Anhebung des Rad- der Autoverkehr in Kopenhagen spürbar gesenkt werden.

Cityreisende, die Kopenhagen heute besuchen, erleben die größte Stadt anders – sie wähnen sich im Traumland für Radfahrer. Überall sieht man fröhliche Biker rollen, trendy gekleidet vom Schuh bis zum Helm. Die Szene boomt, festgehalten von der Trendsetter-Homepage www.copenhagencyclechic.com, die besonders von den einmaligen Fotos des Dänen Mikael Colville-Andersen lebt. Kopenhagen-Gäste rollen leicht mit: Überall in der Innenstadt verteilt stehen 2.000 Stadtfahrräder zur kostenlosen Tour bereit. Die dänisch Bycykel genannten bunten Transportmittel, die in Kürze von moderneren Nachfolgern abgelöst werden sollen, löst man wie einen Einkaufswagen im Supermarkt gegen ein Pfand von 20 Kronen aus, das man bei der Rückgabe zurückerhält.

Das Konzept der Kopenhagener "Bycykler" klingt so zeitgemäß, als wäre es gerade erfunden – doch die ersten 1.000 Citybikes fuhren schon 1995 durch die Stadt mit Weitblick. Setzte Kopenhagen schon "damals" klare Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit beim Verkehr, bleibt es spannend zu sehen, wie schnell das neue Konzept der Radstrategie 2025 Wirklichkeit wird. Die Macher sehen ihre Visionen jedenfalls als sinnvolle, vernünftige Investition für Stadt und Menschen. Anders Røhl: "Ein Rad ist leise, gut für die Stadt – und gesund ist Radfahren auch noch."

Mehr Information

 Zur Radpolitik der Stadt Kopenhagen: www.kk.dk/Borger/ByOgTrafik/CyklernesBy/VidenogTal/Publikationer.aspx sowie unter www.cykelsuperstier.dk

Mehr zur Politik des dänischen Radclubs Dansk Cyklist Forbund unter www.dcf.dk

Kopenhagens neue Metro: www.m.dk/Cityringen.aspx

Die neuesten Trends und Styles von Kopenhagens Bikerinnen und Bikern: www.copenhagencyclechic.com

Mehr zum Reiseziel Kopenhagen unter www.visitcopenhagen.com

Mehr zum Radurlaub in Dänemark unter www.visitdenmark.com/radfahren

 

 

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