Die Route der Industrie-Kultur

    Aus dem einst so hässlichen Ruhrgebiet wird Schritt um Schritt ein attraktiver Kulturpark.

    Man verleugnet die russgeschwängerte Geschichte des Ruhrpotts durchaus nicht. Sie wird eingebaut in ein modernes Demonstrationskonzept.Seit 1999 gibt es eine "Route der Industrie-Kultur" - ein riesenhaftes Programm, mit dem die Industrie-Landschaft zwischen Duisburg und Hamm nach und nach nicht nur kulturell, sondern auch sozial und ökologisch erschlossen wird. Diese Route ist tatsächlich ein veritabler Rundkurs, 400 km lang, der jeden Interessierten von einem industriellen oder architektonischen Denkmal des Industriezeitalters zum nächsten führt. Dafür gibt es inzwischen Stadtpläne, Broschüren und tausende von Wegweisern an Strassen und Gebäuden.Sie können das eigene Auto nehmen, um dieser Route ganz oder stückweise zu folgen, aber auch Bahn oder Bus, sich zu Fuß oder mit dem Rad auf den Ruhrpott-Weg machen - an alles ist gedacht. Man hat im Ruhrpott von touristischen Handbüchern gelernt, die sehr oft als Fleissarbeiten ausschweifender Plan- und Ziellosigkeit daherkommen. Deshalb hat man in der Region zunächst einmal 19 "Ankerpunkte" festgelegt.Solche "Ankerpunkte" sind zum Beispiel wichtige technische Museen oder "Panoramen der Industrielandschaft", die allein schon eine kleine Reise wert sind. Diese Ankerpunkte sind aber auch die Peilstationen für weitere Unternehmungen in der Nähe, die man zu 25 Themen-Routen zusammengefasst hat. Einiger dieser Ankerpunkte sind:

     

    Duisburg.- Ankerpunkt: "Landschaftspark" in Duisburg-Nord, Ehemaliges Hochofen-Werk. Heute: Freizeitmöglichkeiten wie Kletterübungen im alten Kohlebunker oder Tauchen im alten Gasometer.

    Oberhausen.- Ankerpunkt: "Gasometer". Riesenhaft großes Bauwerk von 1928, das bis 1988 in Betrieb war. Heute: Kulturveranstaltungen, Ausstellungen. Gag: Siebenfaches Echo im Inneren des riesigen Gasbehälters. Zechen, Wassertürme und eine Brauerei.

    Mülheim.- Ankerpunkt: "Wasserturm". Imponierender Bau von 1893. Heute: Zwei Dutzend Multi-Media-Stationen zu Themen wie Wasseranlagen, Wassernutzung, Brückenbau.

    Mülheim.- Im Rathausturm: Deutsches Büro-Museum.

    Bottrop.- Im Stadtgarten: Museumszentrum Quadrat, geschichtliches Museum und Moderne Galerie.

    Essen.- Ankerpunkt: "Villa Hügel". Hochfeudale Krupp-Unternehmer-Behausung von 1873. Heute: Ausstellungen über die Familie Alfred Krupp und deren Werk.

    Essen.- Ankerpunkt: "Zeche Zollverein XII" in Essen-Katernberg. Ein architektonisch bewundernswert schönes Gebäude im Bauhausstil. Heute: Festivals, Tanz und Theater, Konzerte, Ausstellungen. Im Kesselhaus ein Designer-Zentrum.

    Marl.- In einer Grünanlage: Skulpturenmuseum "Glaskasten" mit 60 Grossplastiken.

    Recklinghausen.- Ikonen-Museum. Größte Sammlung der Welt nach den Museen in Russland.

    Herne.- Ankerpunkt: "Zechensiedlung Teutoburgia". Heute: Demonstration der damaligen Lebensumstände.

    Witten.- Bergbaugeschichtlicher Rundweg: Stollen, Zechen, Abraumhalden.

    Waltrop.- Ankerpunkt: "Schiffshebewerk Henrichenburg". Im Schleusenpark, 1899 eingeweiht. Heute: Museum, 1995 als "Europäisches Museum des Jahres" ausgezeichnet.

    Dortmund.- Ankerpunkt: "Musterzeche Zollern II/IV" in Dortmund-Bövinghausen. Feudaler Prachtbau im Übergang vom Historismus zum Jugendstil. Heute: Geschichte des Ruhrbergbaus, Demonstrationen moderner Wassernutzung.

    Oberhausen.- In der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg: Rheinisches Industriemuseum, Industriegeschichte seit 1859.

    Unna.- Ankerpunkt: "Lindenbrauerei" von 1860. Heute: Kulturzentrum, Freizeitmöglichkeiten, Brauerei-Gaststätte.

    Hamm.- Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian: Ausgedehnte Freizeiteinrichtungen namens "Maximilianpark". Mit Veranstaltungszentrum, Gärten, Spiel- und Sportstätten, Schmetterlingshaus, Eisenbahnmuseum.

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