Wandern in Deutschland - Der Frankenwald

 

der Naturpark Frankenwald. Über 4.200 Kilometer bestens ausgeschilderter Wanderwege und fast 300 unterschiedliche Routen begeistern Wanderer – unter denen der Frankenwald bislang noch als Geheimtipp gilt. In Blankenstein / Untereichenstein treffen die zwei zertifizierten Qualitätswanderwege „Fränkischer Gebirgsweg“ und „Kammweg“ sowie der historische „Rennsteig“ am „Drehkreuz des Wanderns“ und der „Frankenweg“ zusammen. Weitere vom Deutschen Wanderverband zertifizierte Fernwege sind der „Burgenweg – Der kulturhistorische Wanderweg“ oder das „Fränkische Steinreich“. Entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze geht es für Aktivurlauber auf dem „Grünen Band“ durch Deutschlands längsten Biotopverbund, den Lebensraum von mehr als 600 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.


Ein steter Wechsel von leichten Auf- und Abstiegen, weiten Wiesen und Feldern, abwechslungsreichen Waldstücken und weiten Ausblicken in die saftigen Wiesentäler charakterisieren den Wanderwald dieser typischen Mittelgebirgslandschaft. Auf fast 40 Kilometern naturbelassener Wege führt der „Fränkische Gebirgsweg“ vorbei an alten Dorfkirchen, Schlossruinen und imposanten Schlössern durch den Frankenwald. Als zweiter Fernwanderweg schlängelt sich der „Frankenweg“ auf 520 Kilometer vom Rennsteig bis zur Schwäbischen Alb durch den nordbayerischen Raum. Im harmonischen Wechsel idyllischer Täler, sanfter Flusslandschaften und mittelalterlicher Städte wie Kronach und Kulmbach – die heimliche Hauptstadt des Bieres – entdecken Wanderer nicht nur die einstige Handweber-Region. Auf den Spuren der Flößer sorgt eine spritzige Tour die Wilde Rodach hinunter für eine willkommene Erfrischung. Urkundlich erstmals 1330 erwähnt, ist der „Rennsteig“ wohl der älteste der 220 Rennwege im deutschsprachigen Raum. Trafen hier einst Protestanten und Katholiken aufeinander, trennte später die deutsch-deutsche Grenze die Menschen voneinander.


Vorbei an der früheren Heeres- und Handelsstraße von Nürnberg nach Saalfeld geht der Rennsteig am „Drehkreuz des Wanderns“ in den Kammweg in Richtung Thüringen über. Von der Schieferburg in Lauenstein vorbei am Wasserschloss in Mitwitz, der vorchristlichen Heunischenburg, der nie bezwungenen Festung Rosenberg über der Lucas-Cranach-Stadt Kronach und der Meranierfeste Plassenburg führt der kulturhistorische Burgenweg quer durch den Frankenwald und macht seinem Namen auf 107 Kilometern alle Ehre. Durch das „Fränkische Steinreich“ schreiten Wanderer in vier Tagesetappen auf 500 Millionen Jahren erdgeschichtlichem Grund. Ob unterwegs auf dem Humboldt-, Eisvogel- und Glashütten-Weg oder auf den Spuren der zwölf Apostel – der Frankenwald beweist sich als vielseitige Wanderlandschaft. Genießer, Aktive und Familien erleben die Region zusätzlich auf speziellen Thementouren wie etwa dem Märchenpfad. Gemeinsam mit der Försterin vom Jugendwaldheim geht es durch die Wälder, wo märchenhafte Geschichten den Zauber der Natur näher bringen. Buchstäblich auf den Geschmack kommen Urlauber bei der geführten „Pralinen verdienen“-Tour, die zum Arrangement „Schlemmertage süß“ gehört. Auf der 15 Kilometer langen Wanderung kosten sie unterwegs die feinen Köstlichkeiten der Confiserie Burg Lauenstein und genießen zum süßen Abschluss die Spezialitäten der Confiserie Bauer – dem „Windbeutelfürst“ der Region.
Als Veranstaltungshighlight der Region gilt der „Frankenwald Wandermarathon“ Anfang Mai. In seiner erst dreijährigen Geschichte hat er sich bereits zum Kultevent unter den Wanderern samt eigenem Wander FanClub entwickelt. Auf 42 erlebnisreichen Wanderkilometer quer durch die schönsten Gebiete des Frankenwalds begeistern verschiedene Erlebnis- und Verpflegungsstationen die rund 500 Teilnehmer aus ganz Europa.

Wandertipps Frankenwald

Blankenstein, am Zusammenfluss von Selbitz und Saale gelegen, ist die große Fern-Wanderwege-Kreuzung, hier treffen sich der Rennsteig, der Frankenweg, der Fränkische Gebirgsweg und der Erzgebirgskammweg. Der Frankenweg nimmt in Blankenstein seinen Anfang und führt auf 132 Kilometer durch den Frankenwald. Viele Gasthöfe und Hotels ermöglichen dem Fernwanderer, mit leichtem Gepäck zu gehen, während der Koffer von Unterkunft zu Unterkunft weitertransportiert wird. Viele Abschnitte des Frankenweges können auch als Rundwanderung begangen werden. www.frankenweg.de

Der Fränkische Gebirgsweg beginnt in Untereichenstein im Tal der Selbitz, wenige hundert Meter bevor diese in die Saale mündet. Die beiden ersten Kilometer führen zunächst über die Selbitzbrücke nach Blankenstein und auf thüringischer Seite unmittelbar entlang der Saale bis nach Blankenberg. Der Wanderer erfährt hier viel Wissenswertes aus der Zeit des geteilten Deutschlands, von Fluchtversuchen, Zwangsaussiedlungen und abgerissenen Häusern auf thüringischer Seite. Riesige Blöcke vulkanischen Diabas-Gesteins säumen die enge Schlucht des Kemlas-Tales, über das bald das gleichnamige Dorf erreicht ist. Man kann sich heute kaum vorstellen, dass die nun folgenden Ortschaften Issigau, Selbitz und Schauenstein vor fünf bis sechs Jahrhunderten kleine, eigene Herrschaftsgebiete waren. Die Schlösser erinnern an jene Zeit, als der Frankenwald territorial noch völlig zersplittert war.
Aus dem Tal des Issigbaches führt der Fränkische Gebirgsweg über eine Anhöhe, die den Blick nach Südwesten auf den höchsten Gipfel des Frankenwaldes freigibt: den 794 Meter hohen Döbraberg bei Schwarzenbach am Wald, eine Kuppe aus hartem Kieselschiefer-Gestein.
Schloss Schauenstein ist das Domizil des Oberfränkischen Feuerwehrmuseums und beherbergt zugleich ein sehenswertes Heimatmuseum, in dem das Leben und Arbeiten der Frankenwäldler vor rund einem Jahrhundert dargestellt ist.

www.fraenkischer-gebirgsweg.de

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