Tipps unterwegs - der Blog

    Reise nach Graubünden 2 Die Bündner Herrschaft

    „Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung“. Der Titel eines der Bücher in

    meinem Schrank trifft heute im Sinne des Wortes zu. Durch die alten 'Eichen scheint die warme Morgensonne, die Vögel in den Bäumen begrüßen den Tag mit ihrem Gezwitscher. Sonst nur Ruhe, wie auf einer einsamen Insel und Frühstück in der warmen Morgensonne. Durch lichten Wald, dann durch Weingärten zieht die Straße hinunter nach Maienfeld. Der Hauptort der Bündner Herrschaft und Zentrum des Weinbaus in Graubünden ist ein altes Städtchen, das sich mit seinen krummen, verwinkelten Gassen rund um das Schloss gruppiert. Überall haben die Weinbauern ihre kleinen Läden. Ein Bummel durch die Gassen lohnt sich wirklich. Carina Kunz ist eine von ihnen, das kleine Weingut liegt am Ortsrand von Maierfeld, an der Straße nach Fläsch. Edle Weine mit einem ganz eigenen Charakter warten hier auf Käufer und Genießer. Außerdem bietet sie Obstbrände an, die sie aus Früchten der Region herstellt. Neben den bekannten Sorten wie Himbeeren, Pflümli oder Williamschrist hat Carina Kunz auch Spezialitäten wie Schlehen im Angebot.

    Nach soviel Genuss ist eine Pause angesagt. Zurück zum Parkplatz und Brotzeit gemacht. Die frische und gut gekühlte Wassermelone schmeckt bei der großen Wärme ganz ausgezeichnet. Als ich wieder weiter will, bemerke ich unter dem Auto eine Pfütze, Wasser tropft. Beim Anlassen spritzt es gewaltig, ein Heizungsschlauch ist geplatzt, der Motor wird nicht mehr gekühlt, Weiterfahrt unmöglich.

    Dank des ACS, dem Partnerclubs des ADAC, wird mein Oskar an den Hacken genommen und nach Chur geschleppt. In der Werkstatt von {###} gibt es sorgenvolle Gesichter, ein Schlauch für meinen VW-Bus ist nur sehr schwer aufzutreiben. Aber ich will ja 2 Tage hier bleiben, mal sehen. Ich lasse Oskar in den fähigen Händen des Monteurs und fahre mit einem Taxi zu meinem Hotel, das mitten in der Altstadt von Chur liegt.  

    Chur ist schön. Ich bummele durch die alten, engen Gassen hinauf zur Kathedrale. Durch den Torturm komme ich auf einen stillen Platz, in der Mitte plätschert ein Brunnen vor sich hin, Bänke laden zu einer Pause. Es geht hier in der Altstadt geruhsam zu, Minuten, ja Stunden scheinen länger zu dauern. Jeder hat Zeit, für ein Schwätzchen, für einen Gruß – es ist schön hier.

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