PfeldersWinter-Planinverno Bild: TVB Moos im Passeier

    Es geht nur langsam vorwärts, denn die schmale Straße windet sich mühsam den Berg hinauf. Es sind immerhin rund 1000 Höhenmeter zu bewältigen, um von Sankt Leonhard im Passeiertal bis hinauf zum letzten Ort des Passeiertals zu kommen, nach Pfelders. Man braucht für die 30 Kilometer manchmal eine dreiviertel Stunde, schneller geht’s nicht, denn hinter jeder Kurve gibt es wieder eine neue Aussicht, die es zu bewundern gilt. Da sind die weiß überzuckerten Steilhänge, der Blick über das verschneite Tal, über dem immer wieder neue Bergketten im Dunst liegen, da ist der kleine Wasserfall, den der Frost in glitzernde Kaskaden aus Eiszapfen verwandelt hat. Es geht eng zu auf der Straße und im Hochtal, und es ist schon eine Herausforderung fürden Gast, auf der schneebedeckten Straße den Gegenverkehr zu meistern, der ja doch wieder in besonders engen Kurven kommt. Fast am Ende des Hinterpasseier, einige Kilometer hinter Moos, öffnet sich das Tal und in der sonnigen Mulde liegt Pfelders auf 1622 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist Wirklichkeit und wirkt doch wie eine romantische Weihnachtskarte: inmitten einer wunderschönen Winterlandschaft liegen die Häuser unter eine dicken Schneedecke, die Schornsteine rauchen würzigen Holzfeuerqualm in den Himmel und in der Mitte das Kirchlein, dessen Glocke den anreisenden Gast ein freundliches Willkommen sendet.

    Im Winter versinkt Pfelders und das hintere Passeiertal oft monatelang im Schnee, nicht umsonst gilt die Region als sehr schneesicher. Aber so viel Schnee wie im Februar 2009 hat Seltenheitswert, zwölf Meter waren es zum Schluss. Jetzt, im November, ist es schon wieder weiß in Pfelders. „Nur alle zehn Jahre schüttet uns der Herrgott so viel Schnee vor die Füß“, erzählt Alberich Hofer, Landwirt in Pfelders, der seinem Vornamen so gar nicht entspricht. Er und sein Bruder Karl haben Haflinger im Stall, robuste Pferde, die sie zum Reiten vermieten oder vor den Schlitten spannen. Dann bringen sie die Gäste noch ein Stück weiter hinein ins Tal. Durch den lichten Lärchenwald, der im Herbst wie ein Waldbrand leuchtet, führt der Weg, und ganz hinten, wo es dann nur noch steil hinauf geht, liegt der Lazinser Hof, ein typisch Südtiroler Gasthof auf 1620 Metern Höhe. Hier wird einheimisch aufgekocht und zum würdigen Abschluss sei einer der hauseigenen Schnäpse empfohlen. Allein deshalb lohnt sich der Ausflug schon. Auch für Sportliche ist das Gasthaus ein beliebtes Ziel, führt doch am Gasthaus die Langlaufloipe vorbei. Und was gibt es schöneres als vor dem Haus in der Sonne sitzen und den anderen beim Schwitzen zuzusehen, umrahmt von einer wunderbaren Aussicht auf die Berge der Ötztaler Alpen und der Texel-Gruppe.

    Auch Alberich Hofer kommt beim einem Obstbrand in Philosophieren. Er spricht von seiner Heimat, der Natur, mit der sie leben müssen, über die Steinböcke und die Murmeltiere, übers Wasser und das Wetter. Es klingt soviel Heimatverbundenheit , Zufriedenheit und ein Stück Bescheidenheit dabei mit, als er mit einem „Des passt scho“ aufsteht und nach seinen Pferden sieht.

    15 Bauernhöfe gibt es in Pfelders, seit Generationen sitzen die Bauern auf ihrem Hof und finden ihr Auskommen. Und die Jugend bleibt im Tal, als Bauer,  Gastronom oder Hausfrau. Der Tourismus bringt Geld ins Tal und bietet neue Perspektiven. Doch eines wollen die Pfelderer und das ganze Passeiertal nicht – Massentourismus. Ein deutliches Signal dafür ist die Mitgliedschaft im Verbund der Alpine Pearls, als sich das Dorf als erstes in Südtirol mit dem den Titel „sanft-mobiler Urlaubsort“ schmücken konnte. Sanft-mobil, das heißt, Verzicht auf das Auto während des Aufenthalts. Und das wird konsequent durchgesetzt. Am großen Parkplatz vor dem Ortsschild ist  Schluss, nur den Einheimischen und den Hotel- und Pensionsgäste ist die Zufahrt möglich. Bei lediglich 400 Gästebetten hält sich das in Grenzen. Dafür gibt es die beiden roten City-Busse, was reichlich verwegen klingt, denn weder Moos, der Hauptort, noch Pfelders haben mit „City“ so gar nichts gemein. Sie bringen Einheimische wie Gäste von allen Ortsteilen zu den Liften und wieder zurück.

    Auf dem Parkplatz überwiegen deutlich die Autos aus Südtirol, nicht nur Gäste aus Deutschland schätzen das kleine und nicht gerade abwechslungsreiche Ski-Gebiet, denn es ist abgeschieden genug ist, um dem Trubel entgehen. Erholung und Sport haben hier deutlich Vorrang. An den modernen Liftanlagen gibt es kaum Wartezeiten, das Gelände ist fast durchweg eher anspruchsvoll, und die Pisten sind gepflegt. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Sitzheizung auf dem modernen Sessellift hinauf zum Grünboden, nach einer flotten Abfahrt bleiben die Muskeln schön warm, während man in Höhe gefahren wird.

    Pfelders = erschwinglicher Wintersport!

    Voraussetzung für eine ungetrübte Urlaubsfreude im hinteren Passeiertal sind die Liebe zur unberührten Natur, ein wenig sportliche Ambitionen und die Sehnsucht nach Ruhe. Pfelders ist ein ideales Ziel für Familien und für Leute, die Ruhe und Entspannung suchen. Nicht nur Alpin Ski und Langlauf sind möglich, es werden, Schlittenfahrten, Wandern mit und ohne Schneeschuhen, Rodeln oder Eislaufen angeboten. Der Natureisplatz ist nicht nur gut gepflegt, sondern auch recht günstig. Die Schlittschuhe inklusive Platzgebühr kostet pro Tag ganze 3,50 Euro. Überhaupt ist Pfelders mit Schnäppchenpreisen gesegnet, der Skipass kostet für sieben Tage 184 €,  128 € zahlen Kinder ab 8 Jahren, darunter fahren Kinder gratis. Für mehr Abwechslung sorgt ein weiteres Skigebiet auf der anderen Seite des Jaufenpasses, in Ratschings, das sich ebenso wie Pfelders dem sanften Tourismus verschrieben hat. Der Skipass gilt übrigens für beide Skigebiete. Ein Ski Bus verbindet die beiden Gebiete, sodass man nicht die beschwerliche Fahrt über den Pass wagen muss.

     

    Anreise: Mit dem Pkw: Über Kufstein, Innsbruck und den Brennerpass nach Südtirol, auf der Autobahn A 22 bis Bozen-Süd und dann die Schnellstraße nach Meran. Ausfahrt Meran-Untermais dann auf der SS 44 nach St. Leonhard und weiter nach Moos im Passeier. Ab hier dann der Ausschilderung folgen.

    Mit der Bahn: bis Meran. Ab hier sind es dann noch einmal knapp 40 Kilometer mit dem Nahverkehr oder dem Taxi bis Pfelders.

     

    Tourismusverein Passeiertal
    Moos – Dorf 78
    39013 Moos im Passeiertal
    Tel.: 0039 0473 656188
    Email:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    www.passeiertal.it

     

     

     
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