Steiermark

    60 Jahre Südsteirische Weinstrasse

    Es sei ein „Himmelreich aus Hügeln“, heißt eines der zahllosen Komplimente für den

    Landstrich entlang der Südsteirischen Weinstraße. Schmale, kurvenreiche Straßen schlängeln sich durch Rebhänge und Mischwälder, vorbei an Kürbisfeldern und Streuobstwiesen. Ein wunderbares Fleckchen Erde, dessen Erschließung für den Tourismus aber erst die Einweihung eines 2,5 Kilometer langen Straßenabschnitts möglich gemacht hat. Genau vor 60 Jahren. Alles Gute zum Geburtstag, Südsteirische Weinstraße!

    60 Jahre Steirische Weinstraße  Bild: Gottfried Pattermann

    60 Jahre Südsteirische Weinstraße Bild: Gottfried Pattermann

    Das Jahr 1955 ist schon ein besonderes Jahr: der österreichische Staatsvertrag wird unterzeichnet, Volkswagen feiert die Produktion des millionsten VW-Käfers, in Kalifornien eröffnet Disneyland seine Pforten, „Was-bin ich“ mit Robert Lemke hat Premiere im deutschen Fernsehen und...
    in der Südsteiermark wird ein rund zwei Kilometer langes Straßenstück fertig und feierlich eingeweiht. Doch damals hat sich noch niemd vorstellen können, dass die Südsteierische Weinstraße einmal eines der beliebtesten und interesantesten Urlaubsziele der Steiermark werden könnte

    2015 - 60 Jahre Südsteierische Weinstraße

    Es ist ein Land für Genießer. Die Strassen winden sich durch eine Landschaft mit sanften Hügeln. Weit verstreut die Häuser und Höfe, jedes für sich und doch irgendwie gemeinsam. An jedem Hang, dem die Sonne Aufmerksamkeit verspricht, reihen sich die Reben, oft steil hinunter in die kleinen Täler, die einen Hügel vom anderen trennen.

    Von der Ruhe kann man nicht leben

    Der Weinbau hat in der Südsteiermark eine lange Tradition, schon seit der Römerzeit wird der Wein in der Südsteiermark angebaut und gepflegt. Doch anders wie heute wurde der Wein fassweise von Weinbauern verkauft, die Weinhändler aus Leibnitz, aus Graz oder gar Wien kamen und kauften. Die schweren Wagen mit den Weinfässern wurden von Ochsengespannen gezogen, die auf den manchmal schlechten Wegen, die die Weingüter mit der Hauptstraße im Tal verbanden, oft tiefe Spuren hinterließen. Mit der Ausbreitung des Autos wurden auch die Straßen in der Südsteiermark befestigt. Doch im Hügelland, wo der Wein so prächtig gedeiht, macht es die Landschaft dem Straßenbauer schwer. Erst 1955 konnten die letzten zweieinhalb Kilometer der Straße feierlich eröffnet werden. Frau Maria Jakope, von der Kästenburg in Ratsch a.d.W., erinnert sich: „Mit der Straße ist eigentlich ein Tor zur Welt geöffnet worden, zur Bildung, zu kulturellen Sachen“ Am 15. Oktober 1955 überreichte sie dem damaligen Landeshauptmann Krainer die Schere, mit der er das Band für die Freigabe des letzten Abschnitts durchschnitt.
    Mitte der 50er Jahre herrschte der Kalte Krieg in Europa. Die Südsteiermark lag direkt am sogenannten „Eisernen Vorhang zwischen Ost und West, hier endete die „freie Welt“. Trotzdem verlief die Straße direkt an der Grenze zum damaligen Jugoslawien, die eine Straßenseite war österreichisch, die andere jugoslawisch. Das schwierige Gelände zwang die Straßenbauer dazu, ein 400 Meter langes Teilstück der Straße halb auf jugoslawischen Boden, halb auf österreichischem Boden zu bauen, die Grenze verlief in der Straßenmitte. Und dieses Teilstück wurde von östlicher Seite auch streng bewacht, bewaffnete Soldaten patrouillierten auf und ab und hatten den wenigen Verkehr auf der Straße immer im Blick. Noch heute hat diese Zweistaatenlösung Bestand, doch die Soldaten sind längst verschwunden; heute teilen sich Slowenien und Österreich die Straße
    Obwohl der Ausbau der Straße aus rein wirtschaftlichen Gründen erfolgte, war er doch der Grundstein für die erfolgreiche touristische Entwicklung für das Land zwischen Ehrenhausen und Leutschach. Doch war dies Fluch oder Segen? Nicht alle waren vom Ausbau der Straße begeistert, manche fürchteten um ihre angestammte Ruhe. „Ist die Straße gut oder schlecht?“, wurde Weinbauer Robert Knaus in einem ORF-Interview zum goldenen Jubiläum gefragt. „Die kann nie schlecht sein“, antwortete Robert Knaus im Brustton der Überzeugung. Und auf die Frage, ob es denn nicht vorbei sei mit der Ruhe, erwiderte Robert Knaus: „Von der Ruhe kann man nicht leben.“

    Genussurlaub entlang der Weinstraße

    Im Laufe der Jahrzehnte ist die Region um die Südsteirische Weinstraße zu einem bedeutenden Reiseziel geworden, jedoch ohne seine Seele, seine Identität aufzugeben. Entlang der 21 Kilometer langen Routen zwischen Ehrenhausen Leutschach gibt es rund 100 Weinbau-Betriebe, davon 82 mit Buschenschank...


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