Salzburgerland

    Wildkogel-Arena

    „Steinreiche“ Wanderregion im Salzburger Land: Es ist einer dieser

     

    600.Wildkogel.jpgWanderregion Wildkogel Arena

    samtigen September-Morgen, die es nur in den Bergen zu geben scheint. Die Sonne scheint, die Luft ist kühl und prickeln, fast wie Sekt. Gestern, als wir von München aufgebrochen waren, prasselte ein Gewitter auf uns herab, sodass wir die Fahrt in meinem alten Ford Escort immer wieder einmal unterbrechen mussten. Doch davon ist heute nichts mehr zu spüren. Nur einige Wolken, die wie lange Schleier das Tal entlang ziehen und von der Sonne langsam aufgelöst werden, erinnern an das gestrige Inferno.
    Wir drei Steinsucher, allesamt Mineraliensammler, sind aufgebrochen, um im Habachtal den großen Fund zu machen. Im Rucksack nicht nur die obligatorische Brotzeit, sondern auch Fäustel, Meißel, Lupe und Papier zum einwickeln. Unser Ziel ist das Gasthaus Alpenrose, das wir nach gut zwei Stunden erreichen. Von dort aus steigen wir die steilen Hänge empor, ohne Weg und Pfad, immer auf der Suche nach Anzeichen für eine Kluft, wie die kristallgefüllten Hohlräume im Gestein heißen. Einiges haben wir damals gefunden, und manchmal war der Rucksack sogar echt schwer. Das war in den späten 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals waren wir noch oft in den Hohen Tauern zum Steine suchen, im Rauris, im Habachtal oder in den Sulzbachtälern.

    Genuss-Wandern in der Wildkogel-Arena

    Heuer bin ich wieder hier im oberen Salzachtal. Doch diesmal habe ich Hammer und Meisel  zuhause gelassen, denn diesmal steht nur das Wandern in der majestätischen Natur der Tauern auf dem Programm. Wo wir damals noch die steilen Forstwege hinauf gestiegen sind, gibt es heute Wandertaxis, die mich hinauf zur „Alpenrose“ bringen. Langsam und gemütliche wandere ich dem Talschluss zu. Die Pfiffe der Murmeltiere hallen durch das Tal, wenn ich unvermutet um eine Wegbiegung komme. Neben mit rauscht der Habach sein ewiges Lied. Den Talschluss, einem Amphitheater gleich, beherrscht das Element Wasser. Von überall her rieseln Bäche herab, stürzten über Felsen in klein Kaskaden und sammeln sich am Talboden dann zum Habach. Und darüber das eisige Habachkees, im Schatten der Hohen Fürlegg. Ganz kann ich es doch nicht lassen, mancher Stein wird umgedreht und näher betrachtet, es könnt ja doch etwas sein... Doch leider - oder Gott sei Dank - diesmal war kein Fund zu machen. Große Touren mit Hammer und Meißel sind ja nicht mehr möglich, denn im Nationalpark ist das Graben und Mitnehmen von Mineralien nicht mehr erlaubt.
    Auch auf der anderen, der nördlichen Seite des Pinzgaus, die zu den Kitzbühler alpen gehört, gibt es für die ersten Höhenmeter eine Aufstiegshilfe. Mit der Wildkogelbahn geht es schnell und bequem auf 2000 Meter Höhe. Die Bahn erschließt ein weites Wandergebiet, das vor allem Genusswanderer ansprechen wird. Denn hier sind die Wege breit, ja teilweise kinderwagentauglich. Die gemütlichen Hütten sind zahlreich und die Wege dorthin verlaufen, wenn nicht eben, dann ohne besondere Schwierigkeiten.

    © 2007 - 2019 by Tipps Media & Verlag.

    Search