Weihnachtsland Thüringen

    Eine Gurke am Weihnachtsbaum? – Kein Witz, diese sonderbare Tradition gibt es wirklich. Und sie hat ihren Ursprung wahrhaftig in Thüringen. Doch damit nicht genug: Noch heute wird dieser Brauch in den USA unter dem Namen „Legend of the Pickle“ praktiziert. Alles begann in Lauscha um 1880, als die Familien noch sehr kinderreich waren und in ärmlichen Verhältnissen lebten. Als Weihnachtsbaumschmuck wurde die Gurke – speziell für die Kinder – in den Weihnachtsbaum gehangen.

    Erfurt Weihnachtsmarkt Fotograf Jens Hauspurg Bildrechte TTG

    Erfurt Weihnachtsmarkt Bild: Jens Hauspurg/TTG

    Durch die grüne Farbe ist eine Gurke im grünen Tannenbaum recht schwer zu entdecken und das Kind, das die Gurke bei der Bescherung als erstes entdeckte, wurde mit einem Geschenk belohnt. Thüringen ist fürwahr ein echtes Weihnachtsland, denn verschiedenste Bräuche traten von hier aus ihren Siegeszug um die ganze Welt an. Allen voran der Weihnachtsbaum, der durch Adelheid von Sachsen-Meiningen (1792-1849) Berühmtheit erlangte. Sieben Jahre lang war sie Königin von England und importierte zur Freude ihrer zahlreichen Nichten und Neffen den deutschen Christbaum nach Großbritannien. Und was ist mit der Christbaumkugel? – Auch sie stammt aus Thüringen. Genauer gesagt, aus der Glasbläserstadt Lauscha inmitten des Thüringer Waldes. Noch heute kann man hier den Glaskünstlern über die Schulter schauen und sich in Werksverkäufen das ganze Jahr über mit Weihnachtsschmuck eindecken. Da die vorweihnachtliche Zeit bekanntlich auch für Gaumenfreuden steht, sei der Thüringer Stollen erwähnt: 1329 wurde der Weihnachtsstollen, auch liebevoll „Schittchen“ genannt, erstmals urkundlich erwähnt. Damit zählt er zu den ältesten in Deutschland. Und was wäre Weihnachten ohne Weihnachtslieder? – „Alle Jahre wieder“ und das berühmte „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ stammen aus der Feder des Thüringer Wilhelm Heys. „O du fröhliche“ wurde von Johannes Daniel Falk 1816 in Weimar geschrieben und „Vom Himmel hoch“ stammt von Martin Luther. Beliebt ist das Weihnachtsland Thüringen jedoch vor allem wegen seiner festlichen Weihnachtsmärkte in Erfurt, Weimar, Jena, in Eisenach, in der Glasbläserstadt Lauscha und an vielen weiteren Orten.
    Sehen wir uns doch einmal um:

     

    Adventsbummel vor eindrucksvoller Kulisse - Weihnachtsmarkt in Erfurt

    Zu den schönsten Weihnachtsmärkten in Thüringen gehört der Erfurter Weihnachtsmarkt. Vom Domplatz über den Fischmarkt bis hin zum Anger bieten Händler in mehr als 200 Holzhäusern alles an, was zum Advent und zum Weihnachtsfest gehört. Vor allem die bekannten Thüringer Spezialitäten, wie der Christstollen bzw. das „Erfurter Schittchen“ und die Thüringer Bratwurst werden als typischer Gaumenschmaus angeboten. Vom Christbaumschmuck über Blaudrucktextilien bis zu einer breiten Palette von Töpferwaren – das Thüringer Kunsthandwerk ist reichlich vertreten. Mittelpunkt ist die circa 25 Meter hohe, festlich beleuchtete Weihnachtstanne und die Krippe mit 14 handgeschnitzten, fast lebensgroßen Holzfiguren. Mit einer 12 Meter hohen Weihnachtspyramide hat der Markt eine weitere Attraktion. Sie dreht sich im Eingangsbereich des Domplatzes und mit ihr die geschnitzten Figurengruppen, die auf 5 Etagen weihnachtliche Szenen und Erfurter Persönlichkeiten der Geschichte darstellen. In mittelalterlicher Manier geht’s auf dem Wenigenmarkt zu: Waren werden in historischen Gewändern feil geboten; Gaukler, Musiker wie Artisten unterhalten mit fröhlichen Melodien und geschickter Kleinkunst. Besonders sehenswert ist die internationale Sonderausstellung „Florales zur Weihnachtszeit“, die in den mittelalterlichen Gewölben unterhalb des Erfurter Domberges stattfindet. Organisiert vom egapark Erfurt, inszenieren namhafte Floristinnen und Floristen moderne und historische Arrangements aus Naturmaterialien.
    Stadtführungen zur Adventszeit
    Zum größten Thüringer Weihnachtsmarkt in Erfurt steht beispielsweise die Stadtführung: „Weihnachtszeit – Schöne Zeit“ auf dem Programm: Begleitet von dem als Weihnachtsmann oder Weihnachtsfrau verkleideten Stadtführer geht es durch die mittelalterliche Altstadt. Viele der reichen Patrizierhäuser und liebevoll rekonstruierten Fachwerkhäuser sind weihnachtlich geschmückt und die Stadtführer wissen so manche besondere Geschichte über sie zu erzählen. Am Ende der zweistündigen Stadtführung geht es zum Domplatz, dem Mittelpunkt des Erfurter Weihnachtsmarktes.


    UNESCO-Welterbestadt im Adventszauber - Weimarer Weihnacht

    In festlichem Gewand und in tausende Lichter gehüllt empfängt die Klassikerstadt an der Ilm ihre Besucher zur Vorweihnachtszeit. Vom 25. November bis zum 5. Januar des neuen Jahres erstreckt sich vom Theaterplatz mit dem berühmten Denkmal von Goethe und Schiller bis hin zum historischen Marktplatz der Weimarer Weihnachtsmarkt. Traditionelles Kunsthandwerk steht dabei im Fokus der angebotenen Waren: Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge, Glasschmuck aus Lauscha bis hin zum handgemachten Holzspielzeug. Vom Rathausturm erklingen zu den vollen Stunden weihnachtliche Melodien...


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