Großbritannien und Nordirland

    British Empire - eine Städtereise

    Rund 40 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den beiden Städten

    Cardiff und Bristol. Dennoch zwei unterschiedliche Nationen. Waliser und Briten. Zwei Flughäfen und dennoch kaum Direktflüge vom Festland. Zwei Stunden Fahrt von London, und schon ist man mitten in der City. Cardiff, die Hauptstadt von Wales, dem Imperium östlich von Irland und westlich von Britannien gelegen, verkörpert eine Metropole der Superlative.

     

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    Text: Daniel Jauslin
    Mitten in der Stadt thront das Millennium Stadion. 1999 erbaut, 74’500 Sitzplätze und Heimatstadium der erfolgreichen Dragons, der Walisischen Rugby-Union-Nationalmannschaft oder kurz WRU. 180 Vollzeitmitarbeiter hätscheln und tätscheln das Ehrenmal. Sie bereiten den Rasen darauf vor, harten Gangarten der dickhäutigen Jungs standhalten zu können. Denn der Rasen ist das letzte, was Rugby Spieler bei ihrem Einsatz zu schonen gedenken. Da geht es zu wie bei Machtkämpfen der Walisischen Fürstenhäuser; ob untereinander oder gegen die Engländer, welche Ende des 11. Jahrhunderts mit der Eroberung von Wales begonnen haben. Die Waliser hatten schon immer den Ruf knallharte Gefährten zu sein -  was sie heute noch in den Rugby Stadien der Welt zu beweisen wissen.

    Das Cardiff Castle ist nicht nur einen Besuch wert, sondern ein Muss, wenn man die Stadt besucht. Die mittelalterliche Burg mutierte über Generationen zum neugotischen Herrenhaus viktorianischer Architektur. Die Anlage befindet sich innerhalb eines Römerkastells im Zentrum der walisischen Hauptstadt. Bis in die 1930er Jahre diente das Herrenhaus als Wohnsitz der Familie Bute. Der Reichtum des 5. Marquess of Bute muss unermesslich gewesen sein. Sein Einfluss auf alle Arten der damaligen Wirtschaft war grenzenlos. So schenkte er zum Beispiel nach der Verstaatlichung des Kohlebergbaus 1947 den Besitz der Stadt. Die vielseitigen Inneneinrichtungen sind frisch renoviert und zeigen auf, wie feudal die Butes residiert haben – und sich an den Schönheiten der Kunst erfreuen konnten. Eine Führung dauert eine gute Stunde und ergibt einen abgerundeten Einblick in die Lebensgewohnheiten der letzten Bewohner der Schlossanlage.

    Rund 20 Auto-Minuten außerhalb des Stadtzentrums liegt das Freilichtmuseum St. Fagans. Es erzählt die Geschichte und Lebensweise des walisischen Volkes, deren Arbeitsalltag und Freizeit. Über 40 originale Gebäude wurden Stein für Stein aus verschiedenen Gegenden Wales’ ins National Museum verlegt. So sieht man eine kleine Poststelle, eine Reihenhaussiedlung der Stahlarbeiter, eine Schule und Wohngebäude verschiedener Epochen. Auch sogenannte „Longhouses“, wo die Stallungen und der Wohntrakt im selben Gebäude einander gegenüber gebaut wurden. So konnten die wertvollen Tiere von den Annehmlichkeiten der Menschen profitieren und umgekehrt. Übrigens versuchen die Museumspädagogen auch mit den entsprechenden Düften den Besuchern nahe zu bringen, unter welchen Umständen die Waliser jahrhundertelang leben mussten. In den diversen Werkstätten des Museums zeigen Handwerker wie Schmiede und Holzschuhmacher ihre Kunst. Der Dorfladen beeindruckt durch die klare Identität und die vielen Eigenproduktionen vergangener und heutiger Zeit. Am besten plant man einen halben oder gar einen ganzen Tag für die Erkundung des eindrücklichen Freilandmuseums ein. Der Eintritt ist kostenlos.


    Die vollständige Reportage Britisch Empire- eine Städtereise nach Cardiff und Bristol  lesen Sie in Heft 2.2015. Verpasst? Gerne senden wir Ihnen das Heft zu - schnell und versandkostenfrei!  

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