Elsass

    Advent im Elsass

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    Advent im Elsass

     

    Advent im Elsass © CRTA-Meyer

     Advent im Elsass Bild © CRTA-Meyer

    Ab dem Tag der Heiligen Katharina, dem 25. November, verwandelt sich das ganze Elsass in ein wahres Märchenland. Nicht nur in Straßburg, sondern auch in vielen kleinen Orten entstanden die Budenstädte, die mit Sternen, bunten Kugeln und Glanzpapier geschmückt werden. Bunte Lichterketten erhellen die Gassen und Plätze der mittelalterlichen Städtchen und kleinen Weinbauorte. Auch die Häuser tragen festlichen Schmuck. Aus rund 70 Märkten kann der Besucher wählen; sie alle zu besuchen wäre ein vergebliches Unterfangen. Die Hauptstadt des Elsass, Straßburg, Sitz des Europarates und Tagungsort des Europäischen Parlaments, bekommt während dieser Zeit sogar den Titel “Capitale de Noël“, Weihnachtshauptstadt. Hier gibt es gleich mehrere Märkte, die größten sind auf dem Münsterplatz, der Place de Cathédrale und auf der Place Broglie. Straßburg ist in der Vorweihnachtszeit das Ziel zahlloser Busreisen, besonders an den Wochenenden drängen sich dann die Besucher durch die alten Gassen der Stadt. In den Geschäften, die Geschenke und regionale Köstlichkeiten feilbieten, bilden sich lange Schlangen und der eine oder andere Langfinger feiert dann ein vorgezogenes Weihnachtsfest.
    Einen Markttag vor dem Weihnachtsfest abzuhalten, war im gesamten Deutschen Reich seit dem Mittelalter der Brauch. Rund um den Nikolaustag gab es den Markt. Als die Reformation 1570 im Elsass Einzug hielt, schafften die Protestanten in ihrer Ablehnung der katholischen Heiligen den St. Nikolaus-Markt ab. Doch ein großer Markt vor dem Weihnachtsfest war für alle wichtig, und so verlegten sie den Markt auf die Tage vor dem Weihnachtstag. Doch nicht nur die Christkindl-Märkte entstanden im Elsass, auch der heute so typisch deutsche Brauch des geschmückten Christbaums stammt von hier. Den Ursprung des Brauches, zum Weihnachtsfest einen grünen Nadelbaum aufzustellen, nehmen die Straßburger für sich in Anspruch, 1539 soll der erste geschmückte Baum im gotischen Münster, einem der bedeutendsten Gotteshäuser Europas, aufgestellt worden sein. Die Historiker sind sich zwar uneinig, wann der erste Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer stand, doch die Elsässer wollen auch hierbei die ersten gewesen sein. “Auff Weihnachten richtt man Dannenbäume zu Strassburg in der Stubben auf“, vermerkte ein Chronist der Region schon Anfang des 17. Jahrhunderts. Dass in diesen die deutsche Vergangenheit deutlich wird, zeigt ein Besuch im Musée Alsacien in Straßburg. Es besteht aus mehreren historischen Stadthäusern, miteinander verbunden sind. Beim Rundgang durch die verschiedenen Räume erfahren die Besucher vieles ungewöhnliche über die Bräuche des Elsass. Zum Beispiel werden hier, ganz im Gegensatz zum übrigen Frankreich, in der Adventszeit Weihnachtsplätzchen gebacken, die sogenannten Bredele. Und wie in Deutschland, findet im Elsass die Bescherung am Heiligen Abend statt und nicht am Weihnachtstag selbst. Zum Brauchtum im Elsass gehört ein finsterer Geselle namens Hans Trapp, der im Gefolge von Nikolaus und Christkind bei Veranstaltungen erscheint. Die Schreckfigur für Kinder geht auf eine Legende zurück, wonach im 15. Jahrhundert ein Ritter plündernd durchs Land zog und Angst und Schrecken verbreitete. Diesseits des Rheins kennt man einen ähnlichen Unhold als Knecht Ruprecht - auch er gehört ins vorweihnachtliche Märchenland.
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